Mein Schiff

Karibik - Mittelamerika vom 13. bis 28. März 2026

Karibik - Mittelamerika

vom 13. bis 28. März 2026

Mein Schiff 1

Für die ganz Eiligen mit wenig Zeit nur meine Lieblingsbilder
Lieblingsbilder

12. und 13. März 2026 – Anreise

Unser Zug nach Essen fiel aus. Eins muss man sagen, es ist Verlass auf die Deutsche Bahn, zumindest, dass sie nicht pünktlich fährt. Da der vorausfahrende Zug genau eine halbe Stunde Verspätung hatte, hätten wir dies gar nicht gemerkt, hätte die Deutsche Bahn sich nicht selbst kasteit.
Wir kamen fast pünktlich in Frankfurt an, schafften es mit einigen Umwegen zu unserem Hotel mit den schönen Namen „Platzhirsch“ und begannen uns im Urlaub zu fühlen.
Da das Flugzeug am nächsten Tag gegen 12 Uhr startete, hatte wir diese Übernachtung als Sicherheitsmaßnahme wegen Zugverspätungen eingeschoben. Da soll noch einer sagen die Deutsche Bahn tut nichts für unser Bruttosozialprodukt.
Abflug problemlos und selbst die Sicherheitskontrolle verlief erstaunlich entspannt, bei meinem Fotorucksack keine Selbstverständlichkeit. Im Flug arbeitete ich an meiner Präsentation „Menschen der Erde“ für die Ausstellung in der AWO-Kirche in Sinsen. Ich kam gut voran.
Der Blutdruck kam erst bei der Ankunft in Wallung. Immigration alles easy, Koffer abholen. Ich stellte mich zu den Wartenden aus unserem Flieger. Als Toma von der Toilette wiederkam und auf die verschiedenen Anzeigetafeln geschaut hatte, sagte sie, dass ich falsch stehe und alle anderen auch (ob ich denn nicht auf das Tableau schauen hätte können), die Koffer kommen an Band 6 an, nicht auf Band 1. Also nun warten am Band 6. Wir warteten lange. Als wirklich keine Koffer mehr kamen und auch keine Leute mehr am Band auf irgendetwas warteten, war er dann auf über 150, der Blutdruck. Toma ging zum Schalter „Bagged reclaim“. Da kam ihr schon ein Mitarbeiter mit 6 Koffern entgegen, darunter zwei von uns. Sie standen nun schon eine geraume Weile einsam und verlassen am Band 1.
Nun kam die Gepäckkontrolle bei der Einreise, wahrscheinlich vom Zoll. Die Schlange war endlos, denn es waren wohl gerade gleichzeitig mehrere große Ferienflieger hier in Punta Cana eingetroffen. Toma wurde nun erst richtig nervös, da wir uns ja noch weit vom Schiff entfernt befanden. Als unsere Geduld auch diese Belastungsprobe bestanden hatte, suchten wir nach einem Schild mit „Mein Schiff“. Fehlanzeige. Wir bewegten uns in Richtung Ausgang und erhielten schon jede Menge Angebote von Taxifahrern uns ans Ende der Insel zu kutschieren. Am Ausgang war es dann, das Schild „Mein Schiff“.
Bustransfer, einchecken, Sicherheitseinweisung und da waren wir wieder an Bord. Die Kabine ist ähnlich wie auf Aida, das Fenster kein Bullauge, sondern quadratisch praktisch gut. Es gibt genug Stauraum.
Abendessen auf Deck 12 im Selbstbedienungsrestaurant. Der erste Eindruck war: Etwas abgewirtschaftet und bei weitem nicht so gemütlich und angenehm wie auf Aida. Doch die Auswahl war ähnlich umfassend wie auf Aida, nur an der Fleischtheke gab es eine lange Schlange. Also Fisch und Gemüse, ein wenig Dessert und Obst. Die Tische erinnerten eher an eine Betriebsküche.
Schlafen, Jet-lag überwinden.

14.03 2026 - Seetag

Fast 8 Stunden geschlafen und doch zu früh wach. Zu den 5 Stunden Zeitunterschied ist in der Nacht auf der Fahrt nach Jamaika eine weitere Stunde dazugekommen.
Ich hatte in der Nacht nicht bemerkt, dass sich das Schiff überhaupt in Bewegung gesetzt hatte und nahm nach dem Aufwachen auch keine Bewegung war. Aber wir fuhren und Toma hatte sich schon die zweite Tablette eingeschmissen, da es ihr übel war vom Schaukeln des Potts. Die Karibik hatte nur ganz leichten Wellengang und ich kann das Gefühl der Bewegung gar nicht so richtig beschreiben, dieses Dahingleiten und aufgrund der fehlenden Fixpunkte am Horizont nimmt man ja auch gar keine Bewegung war. Relativ gesehen, beim Sitzen am Frühstückstisch, bewegten wir uns ja auch nicht. Nur unser Gehirn musste ja mit dem Wissen, dass wir uns bewegten, was, wenn wir nach unten schauten, durch das Durchpflügen des Wassers erkennbar wurde, verarbeiten und sich seinen Reim darauf machen.
Bevor es endlich um 6 Uhr etwas zu Essen gab, schauten wir uns auf dem Schiff um. Ähnlich wie auf Aida. Frühstück wieder im Selbstbedienungsrestaurant, was mir heute schon besser gefiel, da man sich ja auch in die angrenzenden Räumlichkeiten setzen konnte und nur am Buffet bedienen. Also ok.
Von unserem Tisch am Fenster blickten wir auf das Meer, schauten den Fregattenvögeln zu, wie sie unser Schiff umkreisten und dabei versuchten, die von unserem Schiff aufgescheuchten fliegenden Fische im Flug zu erhaschen, am Horizont vereinzelte Inseln auftauchten, vorbeiglitten und wieder im Dunst des Horizontes verschwanden.
Ich glaube, wir sind im Urlaub angekommen. Die Anreise ist ja immer einer der aufregendsten und turbulentesten Momente, und die lag nun hinter uns.
Vormittag: Laufband – 5 Kilometer, Duschen, schreiben, ein wenig Schiff erkunden, etwas über Jamaika erfahren.
Mittagessen: Wir gehen wieder ins Selbstbedienungsrestaurant, war die Ansage. Dort angekommen, machten wir dann doch noch zwei Schritte und befanden uns im Fischrestaurant. Es gab ein Vier-Gang-Menü, jeweils zwei Gerichte pro Gang zur Auswahl.
Recht nobel, besonders die Augen kamen auf ihre Kosten, der Geschmackssinn auch, der Magen hatte eher weniger davon, wie es eben die gehobene Gastronomie so zelebriert.
An der Präsentation arbeiten. Mittagsschlaf fast bis zum Abendbrot.
Abendbrot: Wir gehen definitiv ins Selbstbedienungsrestaurant, lautete die Ansage. Wir bekamen die Kurve auf unserer Etage nicht und bogen falsch ab (anstatt zu den Liften) zum Klassikrestaurant, das uns ein Crewmitglied wärmsten empfahl.
Die Beschreibung vom Mittagessen traf auch auf das Dinner zu, mit einer Ausnahme, für die vier winzigen Gänge benötigten wir zwei ganze Stunden. Also immer wenn der nächste Gang kam, waren wir wieder hungrig. Ansage: Morgen wieder Selbstbedienungsrestaurant.
Abend: Ein wenig aufwärmen auf dem oberen Deck an der frischen Luft, die Räume sind für unseren Geschmack ein wenig zu unterkühlt.

15.03.2026 Jamaika – Land Nummer 106 – Ocho Rios

Am Morgen hatten wir den Jetlag praktisch überwunden. Frühstück im Selbstbedienungsrestaurant mit Sitzplatz im Fischrestaurant, sehr schön.
Der Ausflug in großer Gruppe (74 Personen), die aber wegen der begrenzten Sitzplatzkapazität in den Bussen geteilt wurde, ging zuerst zu dem Blauen Loch. Die Gruppe gut gemischt von Alt und Jung, was auf keinen Fall dem Durchschnitt des Schiffs entsprach, denn hier sieht man überwiegend alte Menschen, sportlich und weniger, dick und dünn, mit Schwerpunkt auf schwer, wollte sich in die Fluten des Gebirgsflusses stürzen. Wie sich vor Ort herausstellte war es eine Art Canyoning, also das Begehen eines Flussbettes in einer Schlucht, wo sich der Fluss über Kaskaden in die Tiefe stürzt. Unsere Gruppe verzichtete auf die Schwimmwesten, warum, ich weiß es nicht. Wahrscheinlich, weil keiner uns dazu aufforderte.
Die Herausforderung war nicht ohne, besonders bei den Menschenmassen (in doppelter Hinsicht – viel und füllig) die sich zuerst nach oben und dann wieder nach unten drängten. Eine Art Ordnung, Anweisung, was zu tun war, wie die Leute geordnet die Strecke absolvieren sollten, gab es nicht. Also begaben wir uns durch das hinunterströmende Wasser hinauf zu den oberen Kaskaden. Da kamen uns aber auch schon die ersten Zaghaften entgegen, die den Sprung von dort nicht wagten und denselben Weg zurück nahmen.
An den Stellen, wo man springen musste, standen die lokalen Guides und gaben Hilfestellung, was dazwischen passierte, interessierte niemanden. Manche rutschten unfreiwillig ins Wasser und eine ältere korpulente Frau musste von den Umherstehenden aus dem Wasser gezogen werden, weil sie es selbst nicht heraus schaffte. Nicht wenige drehten einfach um und ließen den oberen Teil weg. Chaos pur, dass nichts passiert ist, großes Glück.
Dann noch zweimal springen und zum Abschluss, wer es mochte vom 5er, also einer Plattform, die etwa 5 Meter über dem letzten See ragte.
Nass, gut abgekühlt und zufrieden, die Herausforderung geschafft zu haben, ging es zurück zum Bus. Dieser fuhr uns zur nächsten Attraktion. Autoreifen – Rafting. Jeder bekam einen Schlauch eines LKW-Reifens mit einem Brett in der Mitte und ab ging es in dem wilden Fluss folgend talwärts.
Etliche Stromschnellen galt zu es überwinden. Wir krachten mehrmals an das felsige Ufer und verhedderten uns in dem Gestrüpp des Urwaldes, den der Fluss querte, die uns begleitende Guides schoben uns immer wieder in die Mitte. Sehr schöne Fahrt, zwar etwas kurz aber dafür intensiv. Es hat Spaß gemacht.
Ausklang des Ausfluges in einem kleinen parkähnlichen Gelände, das von dem Fluss begrenzt wurde, den wir gerade hinuntergerauscht waren.
Einfaches Mittagessen, typisch jamaikanisch, bei Regiemusik, die in einer Dauerschleife lief.
Über uns bilderbuchreife Flora, ab und zu gab es auch Vögel zu sehen. Der Rumverkostung blieben wir fern. Erholt und doch etwas erschöpft traten wir gegen 14 Uhr die Heimfahrt an.
Angekommen an Bord und wir waren hungrig, was gar kein Problem darstellte, denn Essen kann man hier rund um die Uhr, gut und kostenlos. Toma einen Salat, ich Eis und Käse.
Dann ging Toma gleich noch einmal in den Hafen bummeln, ich absolvierte mein Laufbandtraining, die extra Kalorien wieder abtrainieren.
Jetzt wird es dunkel, ich war auch noch einmal im Hafen, das kostenlose Internet nutzen, denn die versprochenen und bezahlten 100 MB pro Tag und Person auf Mein Schiff funktionierten bisher noch nicht.
Jamaika hat mir gefallen, hübsche Menschen, sehr angenehm, entspannt und lebensfreudig.

16.03.2026 Jamaika Tag 2 – Montega Bay


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Zeitig wach geworden und aus dem Fenster die extrem dünne Mond-Sichel bestaunt. Wir fuhren auf Deck zwölf und schauten uns den Mond und die Einfahrt in den Hafen von Montega Bay live an. Schöne Farben kurz vor dem Sonnenaufgang.
Unser Programm begann heute eine Stunde später, sodass wir früh genug Zeit hatten uns zu sammeln. Uns begleitete eine Deutsche Jamaikanerin auf unser Tour und im Gegensatz zu gestern erfuhren wir jede Menge Neues über das Land.
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Ein besonderes Déjà-vu hatten wir, als sie über den Besuch des äthiopischen Königs im Jahre 1966 sprach. (Waren wir doch vor weniger als zwei Wochen erst in Äthiopien gewesen und haben dort vom letzten König viel gehört.) Er war hier auf Staatsbesuch und lud die Jamaikaner ein, wieder nach Afrika zu kommen, was einige auch annahmen. Einige Jamaikaner erhielten in Äthiopien einige Hektar Land. Genaueres werde ich dem Copiloten entlocken.
Besonders ausführlich erzählte uns Guide, Claudia, die Geschichte der jamaikanischen Musik mit dem Reggie-Idol, Bob Marley.
Nach einer einstündigen Busfahrt über den Nordteil der Insel, vorbei an vielen schön angelegten Golfplätzen, ehemaligen Villen der Zuckerrohr Barone und Baronessen ging es hinauf ins Gebirge, wo der Fluss, den wir heute per Floß bezwingen wollten, entsprang. Sicherheitshalber zogen wir unsere Wasserschuhe an, doch die Bambuskonstruktion unseres Bootes erwies sich als hinreichend sicher und trocken. Wir bekamen keine nassen Füße.
Unser Bootsmann oder Flößer, Bonny, bewaffnet mit einer langen Bambusstange dirigierte das Floß souverän durch die Stromschnellen, bei weitem nicht so wilde, wie wir gestern mit dem Autoreifen geritten hatten.
Die Landschaft sah etwas gerupft aus. Die Verwüstungen, die der Hurrikan im letzten Herbst angerichtet hatte, waren noch nicht gänzlich beseitigt. Bonny hatte sein Haus verloren. Der Storm hatte das Dach abgedeckt und weggetragen. Bonny sucht es heute noch.
Die Floß-Fahrt durch die dschungelartige Landschaft war wunderschön. Auch einige Vögel (Reiher, sowie eine Art Glanzstare) erspähten wir, eine Schildkröte sonnte sich auf einer Sandbank im Fluss.
Zwei Amerikanerinnen wusch der Bootsmann ihres Floßes auf der Fahrt sogar die Beine. Ich fragte mich, wer dabei das größere Vergnügen hatte.
Mittag und die Zeit danach verbrachten wir in einem Beachclub. Es gab wie gestern Hühnchen, ein Gericht, was die Jamaikaner besonders gut zubereiten können.
Es wehte eine kräftige Brise, ein kleiner Sandsturm. Das Wasser war warm und so wagte auch ich mich hinein. Ich hätte es sein lassen sollen. Der Kontakt mit Seetang oder anderen Wasserpflanzen bekam mir gar nicht. Eine starke allergische Reaktion vermieste mir das Bad in der Karibik. Bis jetzt am Abend merke ich noch die Stiche und den Juckreiz. Das Beste an dem Beachclub war nicht die Reggie-Musik, nein, es gab freies Wifi, also Medienzeit, in der ich alle WhatsApp-, Telegram- und sonstigen Nachrichten las.
Ankunft auf dem Schiff und wieder ein Eis schlecken und gleich darauf die Kalorien wieder abrennen. Diesmal schon über eine Stunde und 10 Kilometer auf dem Laufband.
Heute war ein weiterer An- und Abreisetag. Als wir im Selbstbedienungsrestaurant zu Abend aßen, schienen sich die Passagiere verjüngt zu haben. Sehr schön. Mir war die alte Gesellschaft doch schon ein wenig suspekt gewesen. Gehörten wir da wirklich hin?
21 Uhr fielen uns die Augen zu. Zu einer Vorstellung haben wir es bisher noch nicht geschafft.

17.03.2026 See -Tag 2

Wir verließen spät abends Jamaika und schippern nun den ganzen Tag nach Mexiko, zur Halbinsel Yukatan. Wir wachen immer noch früh auf und die Zeitumstellung macht sich wohl bis heute bemerkbar. Sonnenaufgang schauen war nicht, der Himmel hing voller Wolken und aus denen hatte es die Nacht ordentlich geregnet, jetzt tröpfelte es nur noch.
Toma drehte schon früh am Rad, eh nein, ihre Runden. Schauen wir mal, was der Tag so bringt.
Er brachte nicht viel, Frühstück, einen Vortrag über die Maya, Mittag, Mittagsschlaf, Ruheraum (damit wir uns nicht überanstrengen und dem Stress des Sonnendecks aussetzen müssen), Webseite über unsere Fahrt machen und am Vortrag „Menschen unserer Erde“ weiterarbeiten.
Kein Laufband, ich hatte ja kein Eis gegessen. Abendbrot wird es auch noch geben.

18.03.2026 Mexiko - Yukatan

Land 107
Am Abend des 17. gab es auch noch die Vorstellung der Crew durch den Kapitän. Und der Bootsmann machte so eine komische Andeutung von wegen Wind und Wetter die nächsten zwei Tage, die mir erst heute Abend wieder in den Kopf kam. Es begann schon kurz nach der Vorstellung, dass das Schiff stärker als gewöhnlich schwankte. Toma nahm umgehend eine Tablette, und ich wollte von oben schauen, wie das Meer aussah, denn von unserem Kabinenfenster schäumte es kräftig und der Wind trug das Wasser von den weißen Wellenkämmen weg. Ich steckte nur die Nase auf der 12. Etage raus und zog mich sofort wieder hinter die schützende Automatiktür zurück. Heftiger Wind peitschte den Regen unter die Überdachung. Alles war nass und im Regen an der Reling stehen, wäre denn wohl ein zweifelhaftes Vergnügen gewesen. Es stürmte die ganze Nacht. Unsere Sportuhren, die die Schlafqualität aufzeichnen, hatten nicht mal eine Stunde Schlaf vermerkt, so unruhig war es im Bett.
Nicht so recht ausgeschlafen, standen wir um 5.30 Uhr auf, Frühstücken und ab zum Sammelpunkt im Theater. Der heutige Ausflug war lang und begann, sobald das Schiff angelegt und die Behörden die Genehmigung erteiten, das Schiff zu verlassen.
Von unserem Schiff ging es zur Fähre, die uns ans Festland bringen sollte. Neben uns lag das derzeit größte Kreuzfahrtschiff der Welt, die Star of the Seas, doppelt so breit wie die Mein Schiff 1 und auch noch etwas länger. Kapazität über 7000 Passagiere.
Die Überfahrt mit dem High-Speed Katamaran von den Isla Muejeras nach Cozumel brachte so einiges wieder ans Licht, was schon in den Tiefen der Mägen verschwunden geglaubt war. Es war als würden wir die 4. und manche die 5. Dimension live erfahren. Das Schiff schwankte in allen Richtungen, auf und ab, nach links und rechts, nach vorne und hinten. Plastiktüten waren gefragt. Der Fahrgeschäfte auf der Cranger Kirmes hätten neidvoll auf das Geschehen geschaut.
An der Peer erwartete uns Thomas Daniel, ein halb Deutscher, halb Mexikaner, unser Reiseführer am heutigen Tag. Die Maya leben ja bis heute unter uns. Die Mexikaner ohne Hals, so Thomas-Daniel, das sind die Maya. Unser Fahrer gehörte dazu, ein geradezu beispielhafter Maya.
Jetzt muss ich viel über die Pyramiden der Maya schreiben, einiges ist hängengeblieben, aber ich bin gerade so müde, dass ich mich ins Bett haue.
Die Maya eine Hochkultur. Ägypten und Äthiopien ließen grüßen. Die Pyramiden mitten im Urwald gelegen, erreichten nicht ganz die Größe der afrikanischen und waren auch zum Teil übereinander gebaut. Also wenn dem vorhergehenden Herrscher die Pyramide zu klein war, dann baute dessen Nachfolger seine darüber.
Recht seltsam war die Opferkultur, es waren wohl überwiegend Kinder, die in den Wasserlöschern (Zinoden, von denen es 7500 auf der Halbinsel Yukatan gibt) den Göttern geopfert wurden, damit diese Regen zur Erde schickten.
Das UNESCO-Weltkulturerbe in Chichen Itza war hoffnungslos überlaufen, Busse über Busse, Souvenirstände ohne Ende. Wir verbrachten etwa drei Stunden auf dem Areal, bewunderten den größten Sportplatz der Welt, das Observatorium und natürlich die Hauptpyramide Kukulcan mit ihren Treppenstufen, die zusammengerechnet die Tage eines Jahres ergaben.
Mittagessen an einer weiteren Zinode und wieder 2,5 Stunden Rückfahrt zur Fähre. Die Überfahrt war diesmal weniger rasant, doch Plastiktüten wurden immer noch verteilt.
Als wir von der Fähre zum Schiff gingen, kämpften wir in der Dunkelheit gegen einen fast orkanartigen Sturm an.
Insgesamt ein sehr anstrengender Ausflugstag.

19.03.2026 Mexiko – Yukatan - Costa Maya - Kohunlich

Wieder zeitig aufstehen. Aber wir hatten besser geschlafen. Maya-Kultur – Tag Nummer zwei
Wenn gestern Thomas - Daniel noch redete, als wir schon lange auf dem Schiff waren, so hatten wir heute eigentlich keinen Reiseleiter, wir hatten einen Schaffner. Er teilte die Tickets aus, schaltete wie bei der Deutschen Bahn die Ansagen (er ließ Google seine spanischen Ansagen auf Deutsch übersetzen und spielte dies über den Bordfunk ab) und als wir an der Maya-Stätte angekommen waren, las er die Stationen von den Schildern vor, wie als würde er eine Haltestelle ausrufen. Die andere Zeit schwieg er.
Die Maya Stätte – Kohunlich – war tief im Dschungel versteckt und nur 4 Busse von den Kreuzfahrtschiffen hatten den weiten Weg bis hierher auf sich genommen.
Es gab keinen Rummel wie gestern, nicht einen Souvenirstand, man konnte die Ruinen betreten und darauf herumklettern (bis auf wenige Ausnahmen).
Von den angekündigten Jaguaren, Tapiren, Ozeloten, Tukanen, die man hätte sehen können, sahen wir nichts, selbst Vögel waren eine Seltenheit.
Trotz dieser Enttäuschungen (Scherz) gefiel uns die Anlage gut.
Wirklich schöne Flora und eine entspannte Ruhe lagen über Kohunlich.
Das Highlight der Anlage waren die in Stein gehauenen Köpfe.
Auf dem Rückweg wie auf dem Hinweg schlief ich im Bus, denn zu sehen gab es wirklich nicht viel. Entlang der Straße erstreckte sich eine Art niedrigwüchsiger Regenwald. Und der war halt grün und das gut zwei Stunden lang.
An den Piers lagen außer Mein Schiff noch zwei große amerikanische Kreuzfahrtschiffe, deren Passagiere sich alle in dem kleinen Ort tummelten und dort aßen und tranken, da es an Land billiger war als auf ihren Schiffen.
Wir nahmen eine Kleinigkeit zu uns, ich ein Eis und dies rannte ich dann in 60 Minuten auf dem Laufband wieder ab. Auslaufen und wir verabschiedeten uns von dem Mammutschiff „Allure of the Sea“.
Das erste Mal, dass wir heute das Abendprogramm besuchten, bisher hatte uns nichts angesprochen. Es lief im Theater ein Krimi mit und über Angela Merkel, wie sie brillant einen Mord aufklärt. Etwa strange, aber ganz unterhaltsam.

20.03.2026 Belize

Belize - Land 108.
Der Tag begann mit einer Neuigkeit für uns, wir tendern. Mein Schiff geht vor der Küste Belizes vor Anker und man holt uns mit einem Tender-Schiff ab, bringt uns in die ehemalige gleichnamige Hauptstadt Belizes (Ein Land, das den Piraten gehört.)
Mit einem Bus geht es ein wenig ins Landesinnere, wo wir an einer großen Lagune aussteigen und uns aufs Speed-Boot begeben.
Doch davor sehen wir noch an der Wand des kleinen Hafenbeckens Fledermäuse. Und sie fliegen sogar am Tag. Es ist aber schwer, sie im Flug zu fotografieren.
Der Bootsmann des Speedbootes sieht mein großes Teleobjektiv und bietet mir an auf dem oberen Deck mitzufahren, also gleich neben dem Kapitän. Wahrscheinlich hat er gedacht, dass ich der Fotograf von Mein Schiff wäre.
Hier oben ist natürlich eine fantastische Aussicht und da wir uns auf der Höhe der Bauwipfel befinden, sehen wir die dort oben auf Futter lauernden Iguane ganz aus der Nähe.
Schade nur, dass wir zu schnell vorbei sind. Wie gesagt, es ist ein Speed-Boot und als wir aus dem kleinen Kanal in die offene Lagune kommen, zieht der Kapitän den Geschwindigkeitshebel ganz nach unten und das Boot fliegt über das Wasser.
Die Krokodile sahen wir auch immer erst im letzten Moment, sodass mir davon kein Foto gelang.
Die Vögel am Ufer kommen so schnell auf uns zu oder fliegen von dem Lärm des Bootes aufgescheucht weg, dass es verdammt schwer ist, vernünftige Aufnahmen zu machen.
25 Minuten rauschten wir über den See, bis wir in Lamain, der Maya-Stätte ankamen.
Die Maya-Stätte befindet sich im Regenwald, wir genossen also eine beeindruckende Natur rings um uns herum, große Palmen und die Schlingpflanzen, die als Miniexemplare unser Wohnzimmer schmücken.
Nach dem Jaguartempel bemerkten wir hoch in den Bäumen aufmerksam gemacht durch die laut schreienden Vögel einen schwarzen Brüllaffen.
Eine ganze Horde befand sich über uns und manche der Touristen, die direkt unter ihnen standen, wurden nass (siehe Bild unten) oder es fiel etwas Unappetitliches auf sie herab.
Gut, dass ich das Tele hatte, denn damit konnte man erkennen, dass auf dem Rücken einiger Affen süße kleine Jungtiere sich an den Pelz der Mutter klammerten.
Dann ein Tempel mit Aufstieg und zum Schluss ein Tempel mit dem Gesicht eines Mayaherrschers.
Sehr schön. Hätte man vorher gewusst, was man sehen würde, hätten wir gestern bestimmt einen anderen Ausflug gebucht.
Auf dem Rückweg sahen wir noch Blattschneideameisen und einige Vögel.
Die Fahrt zurück machten wir auf dem unteren Deck und sahen nichts.
Mittagessen, noch zwei drei Bilder von einen großem Iguana und einem kleinen Vogel in den Palmenblättern.
Dieselbe Strecke mit Bus und Tender-Schiff ging es wieder zurück und so waren wir pünktlich zum Abendbrot an Bord.
Unsere Bedienung bei der Essensausgabe
Alle restlichen Bilder von den Affen und Fledermäusen
Black-Howler-Monkeys
Fledermäuse

21.03.2026 Honduras

Honduras - Land 109.

Das war heute ein Tag, der dem Ideal eines Kreuzfahrttages, wie ich es mir vorstelle, wohl sehr nahe kommt. Ausschlafen, Gourmetfrühstück, letzteres ist sehr bequem für uns, da sich das Restaurant auf 3. Etage, also der unseren befindet, fertigmachen zum Landgang. Kaum zwei Schritte gemacht und schon waren wir in Honduras, wieder ein neues Land auf unserer Liste abgearbeitet. Rein in den Bus zum Strand.
Der Strand war eine super schöne Anlage, mit riesigem, top-gepflegten Golfplatz, die verdammt nach viel Geld roch, wir wahrscheinlich hierher gekarrt wurden, um die laufenden Kosten zu decken. Bewohner oder Gäste der Anlage sahen wir nur zwei auf dem Golfplatz, alles andere waren herbeigebrachte Urlauber von Kreuzfahrtschiffen, die einen Tagesausflug gebucht hatten.
Der Tagesausflug nannte sich Schnorcheln und Seesterne schauen. Wir zogen uns alle in einer Ecke der Anlage um, schlossen unsere Sachen weg und begaben uns aufs Boot. Kurze Fahrt zum Schnorchel-Spot und ab ins Wasser – zwei Gruppen zu jeweils 25-30 Personen.
. Das ging ganz gut, alle schwammen so in etwa hintereinander und konnten die fantastischen Korallen, sehr vielfältig und von der Korallenbleiche verschont, bewundern. Das Wasser war klar, die Sicht also hervorragend und obwohl ich mir dreimal so viel Zeit für das Anschauen der märchenhaften Unterwasserwelt gewünscht hätte, ein wenig genießen konnte ich das Ganze schon.
Das Boot fuhr uns noch zu einem zweiten Spott, es galt ein Wrack zu beschnorcheln. Wieder schöne Korallen, aber der Schnorchel-Gang war etwas zu kurz.
In der Anlage beköstigte man uns noch mit einem kleinen Snack, wir konnten WiFi nutzen, doch nach knapp drei Stunden war dieser schöne Ort und die tolle Zeit hier zu Ende.
Nickerchen auf der Rückfahrt.

Richtig zu Mittagessen in der Tag-und-Nacht-Bar. Hier stand heute die chinesische Küche im Mittelpunkt, ein Hauptgewinn für Toma. Und es gab wohl auch heute, wie zu jeder Zeit Currywurst. Currywurst – war die lecker. Es ist das Restaurant, wo all die hingehen, die in der grenzenlosen und hochqualitativen Vielfalt der Restaurants an Bord nun wirklich gar nichts für sich zu Essen finden können. Was es nämlich hier auch immer gibt, Hamburger.
Im Anschluss ein paar Aufnahmen von dem Kreuzfahrtschiff-Hafen mit seinen bunten Buden, den Bars mit teuren Cocktails, wo Toma sich eine Kokosnuss gönnte, machen.
Im Fitnessraum 10 Kilometer abrennen, obwohl ich kein Eis geschleckt hatte.
Abendbrot. Abendprogramm nicht so unser Geschmack. Aber insgesamt ein hervorragender Kreuzfahrtschiffs-Tag.

22.03.2026 See -Tag 3

Ganz wenig los. Vormittag – an der Präsentation „Menschen unserer Erde“ gearbeitet, dann Anderthalbstunden Volleyball gespielt.
Lunch im Bedienrestaurant „Ganz Schön Gesund“ gegessen und gesessen. Nach drei Häppchen, einem zur Vorspeise, zwei zum Hauptgericht, entnervt gegangen, da der vierte Happen, das Dessert, in der Küche stecken geblieben war. Versprochen: Letztes Mal Bedienrestaurant.
Am Nachmittag wieder Präsentation, dazwischen ein Vortrag über Panama - gut, jetzt Abendbrot und danach sehen wir mal.

23.03.2026 - Costa Rica

Die reiche Küste betraten wir heute das zweite Mal, nach 2007. Es war ein schöner Ausflug in die Natur. Zwei Nationalparks standen auf dem Programm, … und …
Hinfahrt mit dem Bus und der erste Besuch im Nationalpark fiel nach langem Warten an den Toiletten recht kurz aus. Gleich am Eingang sahen wir ein Faultier zusammengeknäult im Baum schlafen.
Ein wenig erinnerte mich das Tier an uns während eines See-Tages. Beim nächsten Faultier, das oben im Baum lag, pfiff unser Guide und das faule Tier hob jedes Mal seinen Kopf. Also ganz so faul war es nicht. Die Erklärung war, dass die Weibchen, wenn sie paarungsbereit sind, was alle zwei Jahre vorkommt, pfeifen und sich so ein Männchen herbeirufen. Da muss man schon bei jedem Pfiff den Kopf hochheben, um diesen Moment nicht zu verpassen, sonst heißt es ja, wieder zwei Jahre warten.
(Toma sagt immer, nicht pfeifen, da sonst das Geld aus dem Fenster fliegt.)
Das nächste Tier war ein Black Kit (Greifvogel). Unser Guide Cäsar hatte ein Spektiv dabei und richtete immer geheimnisvoll das Spektiv auf das Tier, dass er entdeckt hatte und dann durften wir einzeln in Gänsereihe anstehend, durch das Glas schauen. Er hätte ja auch einfach sagen können, wo das Tier ist. Als der Vogel wegflog, sahen die nächsten, die durchschauten nichts mehr.
Nach drei-, vielleicht vierhundert Metern erreichten wir einen Aussichtspunkt, von wo wir auf das Meer blicken konnten und es ging wieder zurück zum Eingang. Einen einzelnen Brüllaffen sahen wir auf dem Rückweg.
Ein Pärchen Iguanas warteten in den Baumwipfeln, dass ihnen ein Vogel ins Maul flog.
Transfer zum nächsten Park. Am Eingang -Fledermäuse. Im Park liefen wir wieder im Gänsemarsch auf einem Holzsteg, begrenzt durch Geländer in die Tiefen des Regenwaldes. Schöne Flora und die Brüllaffen machten ihrem Namen alle Ehre. Wahrscheinlich besoffen von der Frucht eines Regenwaldbaumes brüllten sie mitten am Tag, was das Zeug hielt.
Zu sehen bekamen wir nur ein einziges eingeschüchtertes Exemplar, danach kehrten wir auch wieder um.
Wir hofften natürlich eines der vielen Tiere, der vielen giftigen und gefährlichen Tiere, die unser Guide angekündigt (geradezu uns vor ihnen gewarnt) hatte. Aber, was wir sahen, war wieder ein Faultier, das war es aber dann auch.
Plötzlich gab es einen kleinen Stopp beim Gänse-Rück-Marsch. Toma hatte ihr Handy in den Dschungel fallen lassen. Nun lag es da, einen Meter unter uns, unter dem Holzsteg. Toma hatte über den Verlust Cäsar informiert, der nicht einfach das Handy wieder hochholte, nein er rief die Parkverwaltung an, obwohl er gar kein Netz hatte. Die Parkverwaltung musste eine Freigabe geben, einen Mitarbeiter herausschicken, um das Telefon vom Grund des Regenwaldes zu bergen und wieder in die Hände meiner Frau zurück zu geben. Der zweite Anruf ging durch und wir erhielten die Freigabe. Also ich sollte geopfert werden, den giftigen Tieren zum Biss heruntergelassen, denn unser Guide sagte nur „Bitte“ und machte keine Anstalten sich in Gefahr zu begeben. Er schaute aber ganz genau unter den Steg und hoffte wohl, dort eines der von ihm aufgezählten giftigen Schlangen oder hungrigen Krokodilen zu erblicken. Ich kletterte also hinab, verlor mein Käppi dabei, war aber nach keinen 60 Sekunden ohne Bissspuren, aber mit einer ordentlichen Schürfwunde, dem Telefon und dem Käppi wieder auf dem Holzsteg, auf dem wir dann zum Bus rannten, wo wir schon mit Sorge erwartet wurden.
Letzter und schönster Stopp war derselbe Park aber der Haupteingang.
Hier sahen wir gleich am Eingang einen Waschbären, zwei, drei Reiher und eine Schildkröte.
Danach folgten verschieden Leguane (Iguanas) und ein .... Die Vielfalt der Tiere war in diesem Teil des Parkes am größten.
Die Strecke, die wir zu laufen hatten, war nicht länger als im ersten Park, aber es gab nach dem obligatorischen Faultier die niedlichen Kapuzineraffen zu sehen.
Zum Abschluss noch einmal den Black Kit und einen Osprey.
Den Abschluss bildete ein völlig überflüssiges Mittagessen keine 15 Minuten entfernt von unserem Schiff. Na zum Glück konnten wir dort das Internet nutzen und durften den Souvenirshop besuchen.
Ich schaffte es zum zweiten Satz des Volleyballspielens in der Sportsarena. Abendbrot. Bericht. Kein Laufband.

24.03.2026 Panama

Panama - Land 110.
Seeeehr zeitig aufstehen war angesagt. 5.30 Uhr ging es los und in der Nacht wurde die Uhr noch um eine Stunde vorgestellt. Jet-Lag hausgemacht.
Wir reisten ganz normal nach Panama ein, also mit Passkontrolle und Stempel im Pass, das erste Mal, dass wir dies auf einer Kreuzfahrt erlebt haben. Die Busse standen bereit und schon ging es los. 6 große Busse a 45-50 Mann. Wir fuhren von der Karibik (Puerto Colon) an die Pazifikküste und bestiegen dort unser Boot, das uns durch den Panamakanal schippern würde und bestaunten als erstes die Skyline von Panama-City.
Erfuhren alles über den Trump-Tower und das dazugehörige Hotel, die Geschichte Panamas, …
Hier vom Copilot einige Fakten, die ich nicht mitgeschrieben habe, jedoch der ruhr- deutschsprechende Reiseleiter aus Bottrop (jetzt in Panama lebend und noch drei weitere Sprachen fließend sprechend) uns sehr interessant und humorvoll vermittelte.
Die Reise ging nun per Schiff von der Karibikküste durch den Kanal wieder zurück in die Karibik.
Auf dem Schiff gab es Getränke gratis, wir hatten einen relativ guten Platz unter der Überdachung, aber mit immer noch guten Blick nach vorn. Viele Vögel überflogen das Schiff, zu Beginn Pelikane, dann Black Vulturs und die Fregattenvögel kreisten fast die ganze Fahrt über uns.
Hier noch ein paar Fakten zum Panamakanal, der knapp 84 Kilometer lang ist, den drei Brücken überspannen… Zu jedem dieser Fakten konnte unser Bottroper viele interessante Details und Geschichten ergänzen.
Mittag gab es auch auf dem Schiff, für den Hunger.
Spannend wurde es dann, als wir in die Schleusen einfuhren und gemeinsam mit den großen Containerschiffen nach oben gehievt wurden.
Wir erlebten die Querung des Panamakanals hautnah mit.
Am Rande des Kanals lagen sogar einige Krokodile herum.
Nach der letzten Schleuse ging es noch durch den schlangenförmigen Abschnitt des Kanals bis wir auf den mächtigen Schwimmkran mit Namen Titan stießen, der als Reparationsleistung nach dem 2. Weltkrieg an die Amerikaner ging.
Hier war dann die Reise etwa nach der Hälfte der Strecke auch zu Ende. Den Rest der Strecke zur Karibik bewältigten wir mit dem Bus.
Spannend fand ich, dass die großen Schiffe fast genauso schnell fuhren wie unser Ausflugsdampfer. Als wir gegen 4 Uhr in Puerto Collon ablegten, sah ich die Schiffe, die mit uns den Kanal passierten, ins offene Meer hinausfahren.
Zurück, legte ich mich für Anderthalbstunden hin, um ausgeruht zum Volleyball gehen zu können.
Abendbrot und Bericht. Abendprogramm noch offen. Ein schöner Tag.
Zum Abendbrot machten wir das erste Mal Bekanntschaft während des Essens mit einem älteren ostdeutschen Ehepaar aus der Nähe von Berlin und kamen ins Gespräch. Sehr nett.
Das Abendprogramm war wirklich der letzte Versuch, hier doch noch einmal Tanzen zu gehen. Es wurde angeboten: Tanzabend mit Sedar – „Schwingen Sie Ihr Tanzbein zu mitreißenden Beats, genießen Sie einem Abend voller Rhythmus und guter Laune.“
Als wir die „Schau Bar“ betraten, klangen dort Melodien (Wiener Walzer) von Strauß aus den Lautsprechern. Auf der Tanzfläche suchte man die Tanzbeine vergebens. Als nächster Titel beglückte uns der DJ mit Jazz-Art. Meine nach dem Sport frisch gewaschenen Fußnägel rollten sich zusammen. Wir haben den ganzen Urlaub in keiner Bar jemand tanzen sehen (Schaut da das Management weg?). Das mag jetzt zu absolutistisch klingen, denn im Urlaubsfilm tanzen Leute auf einer Party, die wir zu nachtschlafender Zeit nicht besuchten.
Nach dem 2. Titel gingen wir in das Restaurant Tag und Nacht. Frust-Nachtisch essen.
Toma ärgert sich immer noch und ich muss jetzt das Licht ausmachen.

25.03.2026 Kolumbien – Cartagena

Vor dem Frühstück hieß heute hinauf auf Deck 14 die Einfahrt nach Cartagena fotografieren.
Am letzten regulären Landausflugstag gab es für uns noch einmal eine Prämiere, wir fuhren Fahrrad. Elektrofahrrad. Es gab eine kurze Einweisung durch unseren Guide Basti, die Helme wurden von Mein Schiff gestellt und schon waren wir bereit, uns ins Verkehrsgetümmel von Cartagena zu stürzen.
Blick auf die Neustadt
Blick auf die Altstadt
Foto von unserem Pier
Das größte Handicap heute waren die hohen Temperaturen von 30 Grad im Schatten, von den Temperaturen in der Sonne, dort wo wir die meiste Zeit fuhren, gar nicht zu sprechen. In einer Gruppe von 14 Personen plus Basti schlängelten wir uns vom Hafen Einer nach dem Anderen fahrend in die Innenstadt von Cartagena. Wir fuhren ziemlich am Ende der Gruppe. Ein wenig, aber wirklich nur ein wenig, störten die Zweiradfahrer, da sie sich in fast jede Lücke drängten. Trotz regen Verkehrs fühlte ich mich relativ sicher.
Erster Stopp die Festung vor der Stadt. 10 Minuten schauen und fotografieren.
Weiter ging es zur Festungsmauer und von hier in die Innenstadt. Wirklich sehr schön.
Es erinnerte mich an Havanna, an Kuba insgesamt. Auch die Menschen, der karibische Lebensstil ließen Erinnerungen wieder wach werden.
Wir hatten ausreichend Zeit (eine Stunde), um die Innenstadt zu Fuß zu erkunden (die Fahrräder blieben bei Basti).
Es gab leckere Früchte, zum einen reifen Mango und fruchtig-süße Ananas.
Von der Innenstadt fuhren wir weiter in den neuen Teil Cartagenas und schauten zurück auf den Hafen, auf unser Kreuzfahrtschiff.
Auf dem Rückweg schauten wir im Künstlerviertel vorbei, schlenderten durch die bezaubernden, schmalen, bunt bemalten und kreativ gestalteten kleinen Gassen, mit einladenden Restaurants oder Boutiquen, sowie Ateliers der Künstler, die ihre Bilder aber meist vor den Häusern auf den Gehwegen ausstellten.
Etwas erschöpft von der Sonne und dem Treten in die Pedale gönnten wir uns in einem Eck-Café eine Erholungspause, tranken einen Kaffee und nutzten das inkludierte Internet.
Rückfahrt zum Schiff mit einem Foto-Stopp am Meer und dann schlugen wir uns schon gestählt durch den Feierabendverkehr der quirligen Stadt.
Ein Höhepunkt kam dann kurz vor Erreichen des Schiffes. Wir passierten einen Zoo, oder eine Art Auffangstation für verletzte, verlassene, verstoßene Tiere, die hier eine alternative Heimat gefunden hatten, versorgt wurden, aber nicht mehr ausgewildert werden konnten.
Papageien, Aras, gelb-blaue, grüne, Kakadus, radschlagende Pfaue und viele weitere Vogelarten (Ibisse, Reiher, …), aber auch Schildkröten, Faultiere und zu meiner Verwunderung sogar einen jungen Ameisenbär (also den größten seiner Art).
Basti riet uns, spätestens 5.30 Uhr eine Position auf der rechten Seite zu beziehen, um den Sonnenuntergang beim Auslaufen des Schiffes fotografieren zu können. Toma war rechtzeitig zur Stelle und sicherte uns eine perfekte Sicht von Deck 14 auf die Skyline von Cartagene, hinter der die Sonne langsam versank, als das Schiff Fahrt aufnahm und die Bucht verließ.
Wunder-wunderschön, romantisch, einfach traumhaft. Wäre es nicht in Echt so gewesen, hätte ich gesagt kitschig. Es hätte der Schlusspunkt unserer Reise sein können, vollendeter geht wirklich nicht.
Abendessen und ich habe beim Schreiben Zweifel, ob wir heute Abend noch irgendwo hingehen.

26.03.2026 – Seetag 4 Von Cartagena zur Dominikanischen Republik

Es begann dekadent mit einem inkludierten Kaviarfrühstück, 4 verschiedene Fischeier waren im Angebot. Danach schaute Toma beim Kapitän vorbei, der alles über das Schiff erzählte, und ich wagte einen Blick in die Arena, wo Volleyball auf dem Programm stand. Es waren schon 20 Mann da, sodass ich mich auf dem Absatz umdrehte und zum Laufband ging, 6 Kilometer rannte und selbst danach war es noch voll beim Volleyball.
Also Ende der sportlichen Aktivitäten auf dem Schiff und die letzten Bilder entwickeln, Webseite vervollständigen. Mittagessen gehen.
Das riesige mediterrane Bedienrestaurant auf der 4. Etage war völlig leer und dort wollte Toma Hummer essen. Er war im Angebot. Es ging also dekadent weiter. Am Nachmittag Fortsetzung der Tätigkeit vom Vormittag (PC) und zum Vesper gab es Eis für mich, für Toma Ananas, weitere exotische Früchte und Salat zum Tee.
Jetzt gehen wir auch gleich wieder essen, ich bin gespannt, wohin. Die Koffer sind so gut wie gepackt. Sie müssen bis 22 Uhr vor dem Zimmer stehen. Ein Wrap up schreibe ich auf dem Heimflug, jetzt heißt es den Hunger stillen (hatten wir jemals Hunger auf dem Schiff?).

27.03.2026 La Romana

Die Koffer waren weg, wir hatten nur noch die Dinge, die ins Handgepäck passten. Frühstück ein letztes Mal bei uns auf der dritten Etage. Es war nun doch schon Routine, Südfrüchte, ein leckeres Brötchen mit mehr Butter als nötig und Citrus-Marmelade, dazu einen Fruchtsaft und einen entkoffeinierten Kaffee, zum Abschluss noch ein Teilchen.
Tomas Frühstück war: Ein weichgekochtes Ei, etwas Lachs mit Meerrettichsauce, Gurken, angebratenen Tomaten, Südfrüchte, frischgebackenes Vollkornhörnchen, Müsli und Tee.
Dann hieß es sich von der Dominikanischen Republik abmelden, was wir auch im Hafenterminal taten, wobei ich immer noch nicht weiß, wofür das gut ist. Vielleicht war es aber auch die Einreise.
Schnell noch mal auf die Mein Schiff zurück und nach 10 Minuten endgültig das Zimmer verlassen, auf zum letzten Ausflug. Als wir an der Treppe zum Ausgang ankamen, war dort alles voll.
Die einen wollten zum Flieger, die anderen zu den Ausflügen. Viele genervt durch das Gedränge und dass es nicht vorwärtsging und keiner wusste warum. Da wäre eine Durchsage hilfreich gewesen.
Bus 16 war noch nicht da, das „Beste von La Romana“ hatten wir noch am Abflugtag gebucht, da der Flieger erst gegen 20 Uhr abhob. Es stellte sich als eine teure Kaffeefahrt heraus. Das teuer ist dabei das geringste Übel. Schlimm waren die Bazillenschleudern vor uns und hinter uns. Ein älterer Herr und ein älteres Ehepaar nutzten alle ihre Gesichtsöffnungen, um die auf der Reise angesammelten Viren und Bazillen beim letzten Ausflug an die Mitreisenden zu verteilen. Seltsamerweise geschah dies fast ausschließlich im Bus. Als hätten wir nicht während Corona geübt, wie man sich hygienisch korrekt in einer Gemeinschaft verhält. Kein Taschentuch, keine Armbeuge, nein die Virenlast nahm den direkten Weg in meinen Nacken. Der Nebenmann wendete sich von seiner Frau ab und beugte sich zu mir in den Gang und nieste und hustete mich von der Seite an. Volltreffer im Ohrbereich. Toma kramte schnellsten eine Maske raus. Wahrscheinlich dachten nun alle, sie müssten sich von ihr fernhalten. Fehlanzeige, ich hatte den Eindruck, es entstand eine Art Solidarität unter den Kranken oder als krank-angesehenen, also eine besondere Nähe. Ich hielt mich bei den Erläuterungen weit im Hintergrund.

Unerwarteter Halt vor einer Kirche. Warum wir gerade vor dieser Kirche hielten und nun doch noch während des Urlaubs in einem Gotteshaus gelandet waren, blieb den Reisenden verborgen.
Erster Kaffee-Fahrt-Stopp eine Tabakfabrik. Von einer Tabakfabrik war absolut nichts zu sehen, ein Dominikaner hatte vor einem Laden einen abgespeckten Arbeitsplatz eines Zigarrenwicklers aufgebaut und drehte eine Zigarre. Dann durfte sich jeder eine Zigarre anzünden, die wir natürlich bezahlt hatten und man erwartete, dass wir diese rauchten und auch noch die gesundheitsschädliche Ware kauften. Unser Reiseleiter, noch in der Deutschausbildung im Goetheinstitut, paffte, genoss seine von uns bezahlte Zigarre, wonach sein Deutsch aber kein bisschen flüssiger wurde.
Zweiter Halt in einer Schokoladenfabrik, deren Mitarbeiter uns mit einem 2 Milliliter Becher einer schokoladenhaltigen Flüssigkeit empfing, die auch noch Alkohol zu enthalten schien.
Ach so, zur Fabrik. Die Fabrik war ein kleines Zimmer mit einer Art Zentrifuge/Brecher, wo die Schokoladenbohnen gebrochen wurden. Der Verkaufsraum war um das 10-20 fache größer als die Produktion an sich, wenn man hier überhaupt von einer industriellen Herstellung sprechen konnte.
Letzte Station war ein Künstlerdorf, so wurde es in der Beschreibung und von den Reiseleitern angekündigt. Wir erreichten eine Ansammlung vieler wirklich schöner im alten spanischen Stil errichteter Boutiquen, Geschäfte, Verkaufsräume, Gaststätten in wunderschöner Natur, alles grün, Blumen bunt und üppig, sehr zum Schlendern und Verweilen einladend. Von Künstlern war weit und breit nichts zu sehen. Man gab uns 40 Minuten Zeit, so viel wie möglich Geld hier zu lassen, was die meisten deutschen Reisenden nicht verstanden. Als wir dann nach den 40 Minuten wegen des beginnenden Regens, der das Verweilen nicht mehr ganz so attraktiv erscheinen ließ, wieder in den Bus wollten, bestand einer der Reiseleiter darauf, dass wir, wie im Programm vorgesehen, eine Stunde bleiben mussten. So stand es wahrscheinlich in der Vereinbarung zwischen dem Busunternehmen und den Verkäufern. Da wir aber später gestartet waren und einige im Bus zum Flieger mussten, siegte dann doch die Vernunft und wir verließen mit meist leeren Händen die wunderschöne Konsumlandschaft. Naja, auch eine Landschaft.
Mittagessen auf dem Schiff, ein wenig ausruhen, Sachen fassen und ab ging es, sehr zeitig zum Transferbus. Wir waren fast die ersten, und das war unser Glück, denn kurz nachdem wir uns unter dem Dach der Bushaltestelle hingesetzt hatten, begann es zu regnen. Es regnete so, als würde der Wettergott all die tropischen Regengüsse, die er in den letzten 14 Tagen vergessen hatte, auf die Erde zu verteilen, gesammelt hätte und nun mit einmal über uns auskippte.
Fast jeder, der jetzt hier eintraf war nass, pietsche nass. Fahrt zum Flughafen. Vorerst Ende des Reiseberichtes.